Engadiner Radmarathon

Verspäteter Rennbericht:
Dieses Rennen hat drei Etappen: Donnerstag Zeitfahren, Samstag eine kurze Ausfahrt zum Einölen und Sonntag die La-Svizra-Königsetappe – 117 km und 2’815 Höhenmeter freiwillige Körperverletzung.
Die drei Vollblutathleten der Glattaleros schafften es selbstverständlich erst am Samstagabend ins Engadin. Uni, Homeoffice und Baustelle hielten uns bis zuletzt im Zürcher Unterland gefangen.
Drei Rennschlitten plus Zubehör wurden in Joshis 30-jährigen Mercedes-Transporter gestopft. Der Wagen röchelte nochmals über den Flüela und absolvierte damit als Erster von uns eine Bergankunft. Danach: Startnummern holen, Räder vorbereiten, Pasta inhalieren und schlafen. Denn die Organisatoren hatten die glorreiche Idee, den Start von 07.00 auf 06.00 Uhr vorzuverlegen. Schlaf gilt im Ausdauersport offenbar als Doping.
Am Sonntagmorgen wurden Silserkränze mit Nutella und El Tonys in den Tank geschüttet. Um 06.00 Uhr fiel der Startschuss. Erst friedliches Einrollen im Feld – fast romantisch. Dann stand der Flüela im Weg: 1’000 Höhenmeter und genug Zeit, sämtliche Lebensentscheidungen zu hinterfragen.
Bergziege Josua zog vorne weg, während Tim und Oli es gemütlicher angingen. Nach einer Stunde am Hospiz: Flasche füllen, Banane reinstopfen, weiterleiden.
Danach: 40 km und 1’500 Höhenmeter bergab. Auftrag: schnelle Gruppe finden und Körner sparen. Tim und Josua fanden eine. Oli fand Gegenwind und durfte angewandte Aerodynamik ohne Windschatten studieren.
Josua fuhr inzwischen mit Athleten, deren Betreuer ihnen frische Flaschen reichten. Unser Betreuerstab bestand aus niemandem und einer zerquetschten Banane. Trotzdem zog er bis ins Ziel durch: Platz 133 von 628.
Oli und Tim dödelten derweil weiter. Am Albula schaltete Oli nochmals einen Gang hoch; Tim blieb seinem Rhythmus treu – kontrolliertes Sterben ist schliesslich auch eine Strategie. So erreichten beide lebend das Ziel. Entgegen ersten Prognosen.
👑🏅 RESULTATE 🏅👑
Josua — 133/628 — 4:19 h
Oli — 372/628 — 5:21 h
Tim — 407/628 — 5:30 h
Drei gestartet. Drei angekommen. Der Mercedes übrigens auch.
